Winterschmetterlinge

I.

Mein Puls rast
und mein Herz klopft,
obwohl ich mich
in keiner Weise
angestrengt habe.

Meine Kehle ist trocken,
obwohl ich gerade erst
ein Glas Wasser getrunken habe,
und mir fehlen die Worte,
obwohl ich pausenlos rede.

Ich sehe den Himmel,
obwohl ich zur Erde blicke.
Die Sonne scheint,
obwohl es draußen
bereits dunkel ist,
und mir ist so heiß,
dass ich fast verbrenne,
und das bei zehn Grad
unter Null.

Mir scheint,
Du hast mich
um den Verstand
gebracht.

*

II.

Du hast ein Feuer
der Leidenschaft
in mir entfacht,
dessen Flammen
sich vor Sehnsucht
und Verlangen
nach Dir
verzehren.

Lass mich nicht
in diesem Feuer
verbrennen,
aber still es auch
niemals vollkommen.
Besänftige es nur
und lass es immer
ein wenig glühen,
damit die Sehnsucht
unendlich bleibt
und die Leidenschaft
ewig brennt,
um meine Gedanken
und mein Herz
ewig mit dir
zu wärmen.

So werden
die Schmetterlinge
niemals erfrieren.

30. November 2000 // © Antje Münch-Lieblang


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.