
Da steht sie nun, Deine Tasse, seit drei Stunden,
und ich bringe es nicht über mich, sie wegzuräumen.
Ich sehe diese Tasse an und
sehe Dich immer noch dort sitzen.
Nur ein wenig noch, denke ich.
Nur ein wenig noch, möchte ich
Dich bei mir behalten.
Ich dachte immer, es sei leichter, Dich gehen zu lassen,
als von Dir gehen zu müssen, doch stelle nun fest,
dass es keinen Unterschied macht.
Am Ende bleibt immer das Vermissen
und irgendwo eine benutzte Tasse auf einem Tisch.
2. April 2022 // © Antje Münch-Lieblang