Autor: Antje

Der Hafer- und Bananenblues

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Weil ich Bananen und Hafer total gerne mag, getrennt und in Kombination. Weil dieses Video so wunderbar schräg ist. Weil ich schon lange keine Sätze mehr mit weil angefangen habe. Und, weil ich mich einfach nur mal melden wollte. Deswegen.

Ein Nachruf für die Holzwürmer

Unser Garten. Ein Ort der Ruhe und Beschaulichkeit. Unsere kleine Oase, unser Fluchtpunkt aus dem Alltäglichen. Wir lieben unseren Garten. So lange haben wir ihn ja schließlich noch nicht. Allerdings schätze ich, werden wir ihn ewig lieben. Wir sind übrigens umgezogen – nur so nebenbei.

Bei den derzeitigen Temperaturen ist unser Garten nicht nur Fluchtpunkt, sondern eigentlich auch Lebensmittelpunkt. Zumindest die Terrasse. Die Wohnung könnten wir momentan getrost untervermieten, weil wir sie so selten nutzen. Die nutzt nur der Hund. Dem ist es nämlich draußen zu warm, selbst im Schatten. Er ist ja auch nicht mehr der Jüngste.

Heute leidet die Idylle in unserem Garten allerdings vehement, denn auf unserer Wiese steht ein selbsterrichtetes Stonehenge des Grauens. Dieses Monument besteht aus schwarzen Müllsäcken, in denen sich, luftdicht verpackt, alte Holzkisten befinden. Diese schönen alten Holzkisten, die sich heute nur noch aufwändig und manchmal nicht ganz billig besorgen lassen und die sich, zu einem Regal zusammengestellt und mit allerlei Kram bestückt, zauberhaft zur Dekoration der Terrasse eignen. Wir hatten Glück. Der Blumenladen an der Ecke schließt. Die Kisten gingen zum Schleuderpreis raus. Mit ihnen leider auch ihre Bewohner.

Holzwürmer.

Nun habe ich gegen Holzwürmer grundsätzlich ja nichts. Ich liebe jegliche Form von Insekt. Nicht nur die, die alle lieben, so wie Marienkäfer und Schmetterlinge. In unserer Wohnzimmerecke hat zum Beispiel eine Spinne seit Wochen Wohnrecht. Mücken, die sich nach Drinnen verfliegen, versuche ich zu fangen, um sie ins Draußen zu befördern. Motten bezeichne ich liebevoll als Schmetterlinge der Nacht. Ich rette Spinnen vor hysterischen Menschen und Ohrenkneifer vor meiner Frau. Selbst Wespen finde ich niedlich, weil sie so pelzige Fühler haben. Obstfliegen puste ich trocken, wenn sie im Begriff sind sich ungewollt im Weinglas zu ertränken. Kleine Fliegen, die im Badewasser landen, ebenso. Funktioniert übrigens nicht mit einem Föhn – auch nur so nebenbei. In unserem Garten hängt ein Insektenhotel und ich freue mich wie ein kleines Kind, wenn ich sehe, dass es bewohnt ist. Sind übrigens noch Zimmer frei, aber dahin wollten die Holzwürmer leider nicht umsiedeln. Deshalb müssen sie jetzt sterben.

Holzwürmer sind übrigens keine echten Würmer, sondern die Larven des gewöhnlichen Nagekäfers. Ihr sollt ja hier auch was lernen. Diese Larven bestehen zu einem großen Teil aus Eiweiß. Und was passiert mit Eiweiß, wenn man es großer Hitze aussetzt? Genau. Ganz genau das. Meine Frau sagt, ich soll mir das nicht vorstellen. Ich stelle es mir trotzdem vor. Wenn ich mir richtig Mühe gebe, kann ich sie sogar schreien hören.

Es hätte übrigens auch eine schönere Alternative gegeben. Eicheln. Holzwürmer lieben Eicheln und wenn man sie in und um das befallene Möbelstück verteilt, ziehen die Holzwürmer einfach um. Dann entsorgt man die Eicheln irgendwo im Wald, alternativ unter der Wohnzimmeranrichte der ungeliebten Schwiegermutter, und fast alle werden glücklich. Leider sind Eicheln in dieser Jahreszeit eher Mangelware und bis zum Herbst hätten die gefrässigen Biester unsere schönen Kisten vollends zu Sägemehl verarbeitet.

Wir hatten eine Wahl und wir haben sie getroffen. Alles was ich jetzt noch tun kann, ist den Holzwürmern diesen Blogeintrag zu widmen. Das macht sie zwar nicht mehr lebendig, aber zumindest ein Stück weit unvergessen.

Heute ist übrigens der Tag, an dem ich vor vier Jahren meine Frau kennen gelernt habe. Nächstes Jahr wird es dann der Tag sein, an dem ich vor fünf Jahren meine Frau kennen gelernt habe und an dem wir vor einem Jahr die Holzwürmer in die Hölle schickten. Das Leben ist schon seltsam.

Fliegenfriedhof auf der Fensterbank

Ich interessiere mich nicht für Fußball. Die Abseitsregel wurde mir schon gefühlte hundert Mal erklärt, unter anderem von meiner Mutter, aber ich habe sie immer noch nicht verstanden. Meine eigene Fußballkarriere wurde im Keim erstickt, weil das Talent den Ball grundsätzlich ins Gesicht zu kriegen einen im Fußball eben nicht weit bringt, zumindest nicht weiter als in eine horizontale Position auf dem Rasen.

Zweitausenddrei habe ich mich übrigens zum letzten Mal an dieses Spiel herangetraut. Damals arbeitete ich beim Film als Setaufnahmeleitungsassistenz und meine ballverrückten Kollegen organisierten ein Turnier gegen ein anderes Filmteam. So richtig im großen Stil, sogar mit Trikots. Ich wollte cool sein, ich wollte ein Held sein und vorallem wollte ich ein Trikot. Somit ignorierte ich dieses ungeschriebene Gesetz, dass ein Fußball und ich niemals Freunde werden können und meldete mich für die Mannschaft. Drei Minuten war ich im Spiel, vielleicht kam es mir aber auch nur so lang vor, bis ich bewußtlos mit Nasenbluten neben meiner verbogenen Brille auf dem Rasen lag, nachdem unser italienischer Caterer mir den Ball aus ungefähr zwei Metern Entfernung mit voller Wucht ins Gesicht geschossen hatte.

Ich finde Fußball doof, weil Fußball doof zu mir ist. Ganz einfach. Nur alle zwei bis vier Jahre hat dieser Sport bei mir eine Chance, weil mein schwacher Geist sich von diesem nationalen Gemeinschaftshype mitreissen lässt. Dann gröhle auch ich anspruchslose Fußballlieder und feuere unsere Jungs an. Eine große und glückliche Fußballfamilie, ein Deutschland. Toll! Und ebenso scheinheilig, schon klar. Ungefähr so wie Karneval. Jeder weiß es und alle machen mit, weil es irgendwie trotzdem Spaß macht, wenn man mit den richtigen Leuten unterwegs ist.

Als Deutschland Neunzehnhundertneunzig zum letzten Mal Weltmeister wurde, war ich Dreizehn, also alt genug, um etwas mitbekommen zu haben. Habe ich aber nicht. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, was daran liegen könnte, dass es die Menschen um mich herum nicht sonderlich interessiert hat oder in meiner Welt kein Platz für sowas war.

Deswegen schaue ich heute in sicherer Umgebung, auf dem Sofa, natürlich mit den richtigen Leuten, denn sonst macht es ja keinen Spaß. Bälle jeglicher Art müssen übrigens an der Garderobe abgegeben werden, auch die vom Hund. Schließlich möchte ich bei Bewußtsein sein, wenn Deutschland Weltmeister wird!