»Ein Königreich für einen kleinen Schritt zurück.«
Schlagwort: fremde Federn
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Es ist nicht unsere Aufgabe,
einander näherzukommen,
so wenig wie Sonne und Mond
zueinanderkommen
oder Meer und Land.
Unser Ziel ist, einander zu erkennen
und einer im anderen das zu sehen
und ehren zu lernen, was er ist:
des anderen Gegenstück und Ergänzung.
Hermann Hesse – „Narziß und Goldmund“
Denken
Krishnamurti: Wo also beginnt das Schweigen? Beginnt es, wenn das Denken endet? Hast du je versucht, mit dem Denken aufzuhören?
Der Fragende: Wie macht man das?
Krishnamurti: Ich weiß es nicht, aber hast du es je versucht? Zunächst einmal, wer ist das Wesen, das versucht, das Denken anzuhalten?
Der Fragende: Der Denkende.
Krishnamurti: Es ist ein anderes Denken, nicht wahr? Das Denken versucht, sich selbst Einhalt zu gebieten, und so kommt es zum Kampf zwischen Denker und Denken … Das Denken sagt: Ich muss aufhören zu denken, dann werde ich einen wunderbaren Zustand erleben. … Der eine Gedanke sucht den anderen zu unterdrücken, also kommt es zum Konflikt. Wenn ich dies als eine Tatsache erkenne, es ganz sehe, es völlig verstehe, es wirklich begreife … dann ist der Geist still. Und wenn der Geist still ist, um zu beobachten, zu schauen, zu sehen, dann geschieht dies auf natürliche und leichte Weise.
(J. Krishnamurti)