Schlagwort: Heimat

Arnsberger Kunstsommer (2)

Kunstsommer 2010 | (c) Antje Münch-Lieblang
Kunstsommer 2010 | (c) Antje Münch-Lieblang

Gestern nachmittag, nach dem ersten Eintrag zum Kunstsommer, hat es mich dann gepackt und ich habe mich auf eine kleine sonntägliche Entdeckungstour durch die Stadt gewagt. Dabei sind viele schöne Fotos mit kunstsommerlichen Eindrücken entstanden, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten will. Da es ziemlich viele Bilder sind und mir der Aufwand zu groß war, diese alle hier im Blog einzubinden, habe ich ein öffentliches Facebook-Album (Link nicht mehr aktiv, da Facebook-Account mittlerweile gelöscht) erstellt, welches man sich auch ansehen kann, ohne sich registrieren zu müssen.

Arnsberger Kunstsommer

Kunstsommer Arnsberg | Quelle: http://kunstsommer.blogspot.de/
Kunstsommer Arnsberg | Quelle: http://kunstsommer.blogspot.de/

Unsere Stadt zeigt sich mal wieder von seiner bunten und vielfältigen Seite. Unter dem Motto «Schnittstellen» findet noch bis zum 29. August der 14. Kunstsommer in Arnsberg statt. Es werden Austellungen, Veranstaltungen und Workshops angeboten und noch so Einiges mehr. Wer sich beeilt, kann im Hof des Sauerland-Museums am Jazz-Frühstück teilnehmen und wer es erst später aus den Federn schafft, kann sich nachher zwischen 14:00 Uhr und 17:00 Uhr Menschen ansehen, die unter freiem Himmel Tango tanzen. Aber auch so gibt es in der Stadt eine Menge zu entdecken. Zu den zahlreichen Erinnerungen an vorherige Kunstsommer, die noch immer zu finden sind, sind neue künstlerische Akzente gekommen, die es zu bewundern gibt und welche die Stadt nicht nur in diesen Tagen ein wenig bunter machen werden. Dieses Jahr war ich schlau und habe meinen noch verbleibenden Urlaub bewusst genau in diese Kunstsommerzeit gelegt. Somit steht einer interessanten Woche wohl nichts mehr im Wege. Wer also heute und die kommenden Tage nichts vor hat, kann der Stadt Arnsberg ja mal einen Besuch abstatten. Und wer mich zufällig trifft, darf sich von mir zu einem Kaffee oder einem Bier einladen lassen. Informationen zum diesjährigen Kunstsommer gibt es übrigens auf allen Kanälen.

http://www.kunstsommer-arnsberg.de/
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Zum in die Luft gehen

Kunstflug | (c) Antje Münch-Lieblang
Kunstflug | (c) Antje Münch-Lieblang

So sehe ich aus, wenn ich nach akrobatischen Kunstflugmanövern aus einem Doppeldecker steige – leicht lädiert, aber total glücklich. Entstanden ist dieses Bild letztes Jahr beim alljährlichen Flugplatzfest im Nachbarort Oeventrop. Dort wurde vom Hubschrauber, über Segelflieger und normale Propellermaschinen bis eben hin zu Doppeldeckern die Möglichkeit geboten, sich die Maschinen anzusehen und auch, gegen einen gewissen Preis, darin mitzufliegen.

Ich hatte geplant, mit dem Hubschrauber zu fliegen, weil ich das immer schonmal gemacht haben wollte, aber dann sah ich die Flugshow des Acroteam Meschede und der Hubschrauber hatte keine Chance mehr. Irgendwie ging das dann auch alles ganz schnell und ratzfatz saß ich mit Fallschirm auf dem Rücken in einem dieser Doppeldecker, genauer gesagt einer Pitts N88NL, hatte Funkkontakt mit dem hinter mir sitzenden Piloten und ab ging es in den Himmel. Leute, das war der Knaller! Wir haben uns durch die Luft geschraubt, sind auf dem Kopf geflogen, nach unten gestürzt, kerzengerade nach oben geflogen, haben Achten und Loopings gedreht. So lange, bis mein Magen kurz hinter dem Kehlkopf saß und ich ihn nur noch durch das Zäpfchen bremsen konnte. Zum Schluß flogen wir noch eine Entspannungsrunde über Arnsberg, mit Ehrenrunde über unser Wohnhaus, und dann ging es wieder nach Oeventrop zur Landung. Irgendwie habe ich es damals nicht geschafft, darüber zu schreiben und weil es übernächstes Wochenende wieder soweit ist – Flugplatzfest in Oeventrop – habe ich das zum Anlass genommen, dieses spektakuläre Ereignis vom letzten Jahr doch noch für die Nachwelt festzuhalten. Auch das Acroteam wird wieder da sein und mal sehen, vielleicht gehe ich nochmal in die Luft. Möglicherweise nehme ich aber dieses Mal den Hubschrauber, denn diese Erfahrung fehlt mir ja noch. Nach dem «Klick» gibt es noch ein schönes Video vom Acroteam, damit ihr einen kleinen Eindruck von dem bekommt, was ich erlebt habe.

http://www.acroteam-meschede.de/

Paralleluniversum

Paralleluniversum | (c) Antje Münch-Lieblang
Paralleluniversum | (c) Antje Münch-Lieblang

Da saß ich nun… draußen vor dem Café, trank meinen Milchkaffee und sah der Zeit dabei zu, wie sie in ihren schweren Stiefeln auf der Stelle trat. So, wie sie es scheinbar die letzten neun Jahre getan hatte, denn es schien sich kaum etwas verändert zu haben.

Der charmante Philosoph, der mir einst von Sokrates, Platon und Aristoteles erzählte. Die kleine Buchhändlerin mit der großen Persönlichkeit. Der Gitarrist mit seinem markanten Aussehen, der zusammen mit seinem Gitarrenkoffer immer an der selben Haltestelle einstieg. Und Horst der schüchterne Imbissbudenbesitzer, bei dem wir früher in unseren Freistunden die ein oder andere Portion Pommes zu uns nahmen. Sie und noch einige andere bekannte Gesichter sah ich heute, als wären neun Jahre nichts anderes als ein Blick nach Vorgestern.

Die Stadt, diese alternde Diva, sie wollte mir stur glauben machen, dass ich gar nicht wirklich weg war und löschte so für einige Stunden einfach ein Drittel meines Lebens aus.

Das ist doch Kacke

Was zum Geier ist in der heutigen Zeit bloß mit den Kindern los?

Ich arbeite zur Zeit in der Jungendherberge meines Heimatstädtchens und vertrete dort eine erkrankte Reinigungskraft. Betten machen, Zimmer und sanitäre Einrichtungen putzen. Im Grunde ganz nett. Bukowski hat ja auch mal so angefangen. Jetzt und hier geht es aber nicht um nett… und auch nicht um Bukowski, sondern um die sanitären Einrichtungen, ganz speziell um die Toiletten der Jungs. Das Männer ja bekanntlich Schweine sein können, wie man so schön sagt, war mir bisher ja nichts Neues, aber das kleine Männer riesengroße Schweine sein können…

(Das wäre jetzt übrigens ein guter Zeitpunkt, um lieber wegzulesen… für alle mit einem schwachen Magen und/oder schwachen Nerven. Ich ’nehme‘ hier ‚kein Blatt vor den Mund‘! Nichtmal ein Blatt Toilettenpapier! Mein‘ ja nur… vorallem mein‘ ich’s ja nur gut. Und wehe der geneigte Leser jammert gleich, weil er dachte, dass ich hier was literarisch Wertvolles schreibe!)

Zurück zum Thema: Wohl eine äußerst leidenschaftlich ausgeübte „Sportart“ unter den Jungs ist das Zielpinkeln. Wir versuchen alles zu treffen, nur das große Loch in der Mitte nicht! Da kann es auch schonmal vorkommen, dass die Pötte, in denen die Toilettenbürsten stecken, bis zum Überlaufen mit gelber Flüssigkeit gefüllt sind. Und nein, ich ’spreche‘ hier nicht von Limonade!
Im Vergleich zum dem, was allerdings heute am Ort des (V)erbrechens auf mich wartete, war das Zielpinkeln letzte Woche noch relativ harmlos. Irgendjemand hatte mir doch wirklich und wahrhaftig mit der Toilettenbürste eine Botschaft an die Kacheln geschmiert und die war, im warsten Sinne des Wortes, beschissen! Und nein, in diesem Fall war’s auch keine Schokolade. Sah nur so aus.
Zum Glück kann ich ja einiges ertragen. Merkt man… oder? Augen zu und durch eben. Und jetzt höre ich auch auf mit den Schauergeschichten. So kurz vorm Schlafengehen. Versprochen!
Und frage ich mich stattdessen: Was ist bloß mit den Kindern los? Und: Was ist eigentlich mit den Lehrern los? Als wir früher in Jugendherbergen gefahren sind, sind die vor der Abreise herumgegangen und haben kontrolliert, ob wir auch alles ordentlich hinterlassen. Hätte sich jemand von uns sowas erlaubt, wären aber die Fetzen geflogen. Ja, das wären sie! Und wir wären sicher nicht eher abgereist, bis sich der Übeltäter gemeldet hätte oder es jemand freiwillig sauber gemacht hätte. So wäre es gewesen, wenn man mal davon absieht, dass wir uns so eine Schweinerei niemals erlaubt hätten. Zahnpasta unter der Türklinke war damals das Höchste der Gefühle.
Ach… und was mit den Eltern los ist, würde mich auch mal interessieren! Leute, wenn an Eurem „wohlerzogenen“ Filius ein kleiner Picasso verloren gegangen sein sollte, dann kauft ihm verdammt nochmal eine Leinwand, Farbe und einen Pinsel!
So. Und jetzt gehe ich auf die Couch… und frage mich, was diese Erlebnisse noch toppen kann. Na mal sehen… am Freitag darf ich ja wieder ran! Ich halte Euch auf dem Laufenden (im wahrsten Sinne des Wortes)!