Schlagwort: Arnsberg

Zu Hause

Resi | (c) Antje Münch-Lieblang
Resi | (c) Antje Münch-Lieblang

Was war eigentlich zwischen Mitte Februar und Ende Juli? Möglicherweise hat sich das ja mal jemand gefragt. Und selbst wenn nicht, ich erzähle es jetzt trotzdem. Mir ist so danach und die Zeit dazu habe ich auch gerade. Eine absolut günstige Kombination. Kann schnell auch wieder anders werden. Deswegen nutze ich jetzt mal die Gelegenheit.

Also, was war zwischen Mitte Februar und Ende Juli? Das ist schnell erzählt. Hier auf dieser Seite war nicht viel los und immer, wenn auf dieser Seite nicht viel los ist, ist in der Regel in meinem Leben umso mehr los. Dieses Mal war es sogar eine ganze Menge.

Ich glaube, im Februar habe ich meine erste Umzugskiste gepackt. Das Packen von Umzugskisten zog sich dann so durch, bis Anfang Juli. Ein Umzug in Etappen, von Wochenende zu Wochenende. Ein Wochenendbeziehungsumzug sozusagen. Das hatte den Vorteil, dass am Ende nur noch wenige Möbel blieben, die transportiert werden wollten. Der Nachteil war ein zwischenzeitliches Gefühl von Heimatlosigkeit. Zu Hause war irgendwie nicht mehr zu Hause und das, was zu Hause werden sollte, war es noch nicht so wirklich. Mit zunehmender Besitztumsverlagerung und Integration geliebter Dinge in der Wohnung des geliebten Menschen durch den geliebten Menschen, hatte sich das mit dem Gefühl der Heimatlosigkeit glücklicherweise ziemlich schnell erledigt.

Dieses Bild oben ist übrigens eines der geliebten Dinge. Im Grunde ist es das geliebte Ding überhaupt. Und ja, ich gebe zu, es ist auch das hässlichste Ding überhaupt. Trotzdem hängt mein Herz an diesem Bild, weil es immer da hing, wo ich zu Hause war… seit ich denken kann. Und wenn der geliebte Mensch das von mir geliebte hässliche Ding ohne zu Zögern in seine geliebte Wohnung hängt, undzwar dort wo es auch noch jeder sehen kann, um sein zu Hause auch zu meinem zu Hause zu machen, ist das definitiv einer der größten Liebesbeweise überhaupt, und ich kann getrost sagen, dass ich alles richtig gemacht habe mit meinem Wochenendbeziehungsumzug. Nicht, dass ich daran jemals gezweifelt hätte…

Ja, so war das… zwischen Mitte Februar und Ende Juli, als ich von Arnsberg nach Mönchengladbach zog. Mönchengladbach, wer hätte das gedacht?

Arnsberger Kunstsommer (2)

Kunstsommer 2010 | (c) Antje Münch-Lieblang
Kunstsommer 2010 | (c) Antje Münch-Lieblang

Gestern nachmittag, nach dem ersten Eintrag zum Kunstsommer, hat es mich dann gepackt und ich habe mich auf eine kleine sonntägliche Entdeckungstour durch die Stadt gewagt. Dabei sind viele schöne Fotos mit kunstsommerlichen Eindrücken entstanden, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten will. Da es ziemlich viele Bilder sind und mir der Aufwand zu groß war, diese alle hier im Blog einzubinden, habe ich ein öffentliches Facebook-Album (Link nicht mehr aktiv, da Facebook-Account mittlerweile gelöscht) erstellt, welches man sich auch ansehen kann, ohne sich registrieren zu müssen.

Arnsberger Kunstsommer

Kunstsommer Arnsberg | Quelle: http://kunstsommer.blogspot.de/
Kunstsommer Arnsberg | Quelle: http://kunstsommer.blogspot.de/

Unsere Stadt zeigt sich mal wieder von seiner bunten und vielfältigen Seite. Unter dem Motto «Schnittstellen» findet noch bis zum 29. August der 14. Kunstsommer in Arnsberg statt. Es werden Austellungen, Veranstaltungen und Workshops angeboten und noch so Einiges mehr. Wer sich beeilt, kann im Hof des Sauerland-Museums am Jazz-Frühstück teilnehmen und wer es erst später aus den Federn schafft, kann sich nachher zwischen 14:00 Uhr und 17:00 Uhr Menschen ansehen, die unter freiem Himmel Tango tanzen. Aber auch so gibt es in der Stadt eine Menge zu entdecken. Zu den zahlreichen Erinnerungen an vorherige Kunstsommer, die noch immer zu finden sind, sind neue künstlerische Akzente gekommen, die es zu bewundern gibt und welche die Stadt nicht nur in diesen Tagen ein wenig bunter machen werden. Dieses Jahr war ich schlau und habe meinen noch verbleibenden Urlaub bewusst genau in diese Kunstsommerzeit gelegt. Somit steht einer interessanten Woche wohl nichts mehr im Wege. Wer also heute und die kommenden Tage nichts vor hat, kann der Stadt Arnsberg ja mal einen Besuch abstatten. Und wer mich zufällig trifft, darf sich von mir zu einem Kaffee oder einem Bier einladen lassen. Informationen zum diesjährigen Kunstsommer gibt es übrigens auf allen Kanälen.

http://www.kunstsommer-arnsberg.de/
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http://www.youtube.com/kunstsommerarnsberg

Zum in die Luft gehen

Kunstflug | (c) Antje Münch-Lieblang
Kunstflug | (c) Antje Münch-Lieblang

So sehe ich aus, wenn ich nach akrobatischen Kunstflugmanövern aus einem Doppeldecker steige – leicht lädiert, aber total glücklich. Entstanden ist dieses Bild letztes Jahr beim alljährlichen Flugplatzfest im Nachbarort Oeventrop. Dort wurde vom Hubschrauber, über Segelflieger und normale Propellermaschinen bis eben hin zu Doppeldeckern die Möglichkeit geboten, sich die Maschinen anzusehen und auch, gegen einen gewissen Preis, darin mitzufliegen.

Ich hatte geplant, mit dem Hubschrauber zu fliegen, weil ich das immer schonmal gemacht haben wollte, aber dann sah ich die Flugshow des Acroteam Meschede und der Hubschrauber hatte keine Chance mehr. Irgendwie ging das dann auch alles ganz schnell und ratzfatz saß ich mit Fallschirm auf dem Rücken in einem dieser Doppeldecker, genauer gesagt einer Pitts N88NL, hatte Funkkontakt mit dem hinter mir sitzenden Piloten und ab ging es in den Himmel. Leute, das war der Knaller! Wir haben uns durch die Luft geschraubt, sind auf dem Kopf geflogen, nach unten gestürzt, kerzengerade nach oben geflogen, haben Achten und Loopings gedreht. So lange, bis mein Magen kurz hinter dem Kehlkopf saß und ich ihn nur noch durch das Zäpfchen bremsen konnte. Zum Schluß flogen wir noch eine Entspannungsrunde über Arnsberg, mit Ehrenrunde über unser Wohnhaus, und dann ging es wieder nach Oeventrop zur Landung. Irgendwie habe ich es damals nicht geschafft, darüber zu schreiben und weil es übernächstes Wochenende wieder soweit ist – Flugplatzfest in Oeventrop – habe ich das zum Anlass genommen, dieses spektakuläre Ereignis vom letzten Jahr doch noch für die Nachwelt festzuhalten. Auch das Acroteam wird wieder da sein und mal sehen, vielleicht gehe ich nochmal in die Luft. Möglicherweise nehme ich aber dieses Mal den Hubschrauber, denn diese Erfahrung fehlt mir ja noch. Nach dem «Klick» gibt es noch ein schönes Video vom Acroteam, damit ihr einen kleinen Eindruck von dem bekommt, was ich erlebt habe.

http://www.acroteam-meschede.de/

Paralleluniversum

Paralleluniversum | (c) Antje Münch-Lieblang
Paralleluniversum | (c) Antje Münch-Lieblang

Da saß ich nun… draußen vor dem Café, trank meinen Milchkaffee und sah der Zeit dabei zu, wie sie in ihren schweren Stiefeln auf der Stelle trat. So, wie sie es scheinbar die letzten neun Jahre getan hatte, denn es schien sich kaum etwas verändert zu haben.

Der charmante Philosoph, der mir einst von Sokrates, Platon und Aristoteles erzählte. Die kleine Buchhändlerin mit der großen Persönlichkeit. Der Gitarrist mit seinem markanten Aussehen, der zusammen mit seinem Gitarrenkoffer immer an der selben Haltestelle einstieg. Und Horst der schüchterne Imbissbudenbesitzer, bei dem wir früher in unseren Freistunden die ein oder andere Portion Pommes zu uns nahmen. Sie und noch einige andere bekannte Gesichter sah ich heute, als wären neun Jahre nichts anderes als ein Blick nach Vorgestern.

Die Stadt, diese alternde Diva, sie wollte mir stur glauben machen, dass ich gar nicht wirklich weg war und löschte so für einige Stunden einfach ein Drittel meines Lebens aus.