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Ver-rückt (4)

Kakoschke lebt, leidet und liebt so vor sich hin. Letzteres gerade besonders. Kennt ihr das, wenn der Solarplexus sich so dermaßen zu Wort meldet, dass es einem die Sprache verschlägt, geschweige denn man einen klaren Gedanken fassen kann, weil einem vor lauter Schmerz die Luft weg bleibt? Dieses Sehnen, dieses Verlangen, dieses innere Feuer – daran möchte ich gerade elend zu Grunde gehen. Schon oft habe ich es gespürt… seit… – und dennoch konnte mich dieses Gefühl nie aus dem Gefängnis meiner Erinnerungen befreien. Dieses Mal könnte es anders sein und trotz aller Glücksseligkeit erfüllt mich dieser Gedanke mit Angst, weil ich nicht weiß, wo mich das hinführt. Diese Augen, dieses Lächeln, dieser Körper. Ich werde wahnsinnig. Und sie passt zu mir, als habe der liebe Gott sie eigens für mich erschaffen.

8 Antworten auf „Ver-rückt (4)“

“Kennt ihr das, wenn der Solarplexus sich so dermaßen zu Wort meldet, dass es einem die Sprache verschlägt, geschweige denn man einen klaren Gedanken fassen kann, weil einem vor lauter Schmerz die Luft weg bleibt?”

Oh ja! Ein kaum erträglicher Druck, der als heißes Ziehen über den Rippenbogen nach unten wandert und dafür sorgt, dass der Magen sich verkrampft und man meint ersticken zu müssen an den eigenen Gefühlen.

Ich habe mich bei dir durchgewühlt, längst nicht alles gelesen aber mehr als einmal gedacht, ich würde meine eigenen Gedanken und Gefühle lesen. Danke dafür!
Fühlen können, sich darauf einlassen, bewusst zu lieben, egal wie weh es auch tun mag, erfordert unendlich viel Mut aber für mich macht gerade das den Mensch zum Menschen.
Und darum wäre es sehr schade, würde Mr. Hyde Dr. Jekyll töten…

Liebe Frau Neu(n)malklug,
Deine Worte haben mich sehr berührt und ich danke Dir aus tiefstem Herzen dafür! Es ist ein schönes Gefühl, verstanden zu werden …

Es grüßt Dr. Jekyll (der sich von Mr. Hyde nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt)

Das freut mich.
Verständnis tut gut und meine Worte konnten nur bei dir ankommen, weil ich meine Gefühle bei dir las und das widerum mir gut tat. Was für ein Satz!
Gerade in Situationen wie diesen bekommt man sehr wenig Verständnis. Als Frau schon, als Mann wohl noch viel weniger und darum fällt es schwer darüber zu reden, weil man nicht belächelt werden will. Wie hört es sich auch an, wenn erwachsene Menschen anfangen von der ganz großen Liebe zu reden und dann diese noch beweinen?
Scheiß ( sorry ) rarionaliserte Gesellschaft. Emotionen haben da wenig Platz.
Ich fang an zu schwafeln und verzieh mich lieber, ehe ich mich gänzlich vergesse. Aber ich komme wieder…

Ich denke, dass zwar viele Menschen von Liebe reden, aber kaum eine Vorstellung von wahrer Liebe haben. Liebe, die so unfassbar groß ist, dass man bereit ist, sein Leben für diesen Menschen zu geben, ja sogar bereit ist auf ihn zu verzichten, wenn man weiß, dass es für ihn das Beste ist. Wenn ich Menschen in meinem Umfeld sehe, die sich in einer Beziehung befinden, geht es immer nur um Besitzen und Verändern … und dann wird davon gesprochen, den anderen zu lieben. Lieben ist Lassen … auch wenn man dabei auf der Strecke bleibt!

“Aber ich komme wieder…”

Na das will ich doch hoffen!

“Na das will ich doch hoffen!”

Wenn ich solche Vorlagen bekomme, kann ich nicht widerstehen 😉

Es wird zu leichtfertig mit dem Wort Liebe umgegangen, da stimme ich dir zu. Ich habe oft den Kopf darüber schütteln müssen, was so Mancheiner für Liebe hält, ohne es wirklich selbst besser zu wissen ( rückblickend ).

Gerade bei Frauen ist das ja sehr ausgeprägt, sich ihren Traumprinzen in eine Form zu pressen. Ihn so lange zu verbiegen, bis er das irgendwie reinpasst. Schlimm!
Wie du sagst: “Liebe ist lassen”, oder frei nach Christopher Platen: “Wer für Liebe Gegenliebe erwartet, hat von der Liebe selbst nichts verstanden.”
Ich nehme mich da nicht raus. Als ich im letzten Sommer auf meinen “Ihn” traf ( was ich so bei dir rauslese haben wir recht ähnliche Situationen ), habe ich erstmal alles zuvor Dagewesene hinterfragt: Habe ich früher tatsächlich nie “wirklich” geliebt? Nicht so, nein.
Das Gefühl am Höhepunkt seiner Empfindungsfähigkeit angekommen zu sein, zu wissen, dass eine Steigerung nicht mehr möglich ist, ist unbeschreiblich. Ich glaube mal, ich mit meinen elfunddreißig Lenzen kann das ansatzweise beurteilen. Anders sähe ich das wohl, würde ein Teenager Ähnliches sagen – obgleich ich auch hier den “ultimativen Volltreffer” nicht ausschließen wolen würde. Aber die Summer des Erlebten macht den Unterschied. Mal davon abgesehen, dass ich es früher immer ganz schlimm fand, wenn einige Menschen allzu pathetisch damit umgingen – Heute kann ich es verstehen.

Und auch wenn es nicht läuft, wie man es sich wünscht, es unglaublich schmerzhaft ist, so ist doch das Geschenk dahinter ( wirklich lieben zu können – unglaublich tief, bedingunslos, ohne Wenn und Aber ) , so empfinde ich persönlich es, unglaublich groß und wertvoll. Man denkt anders und wird sich nie wieder mit Oberflächlichkeiten zufrieden geben ( können ) und das ist einfach gut.

Ich glaube, wir verstehen uns.

Ich denke nicht, dass Liebe altersgebunden ist. Mein erste große Liebe hatte ich mit 13 Jahren. Ich wusste einfach, dass wir beide zusammen gehören … fast zehn Jahre habe ich bedingungslos geliebt und dann starb dieser Mensch. Dann habe ich zehn Jahre getrauert, währenddessen trotzdem Beziehungen geführt, aber die Messlatte lag zu hoch. Bis fast auf den Tag genau, zwanzig Jahre später (im September letzten Jahres) sie plötzlich vor mir stand und mit einem Blick mein Herz wieder zum Schlagen brachte. Ich habe nicht geglaubt, dass sowas nochmal möglich ist. Sie hat es geschafft, sie hat die Messlatte erreicht und nicht nur das – sie hat sie sogar noch höher angelegt. Tja, … so war das …

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