Das Meer in mir

Das Meer in mir | (c) Sogepaq
Das Meer in mir | (c) Sogepaq

Dieser Film steht schon lange auf der Liste der Filme, über die ich gerne schreiben möchte. Mittlerweile habe ich ihn schon zweimal gesehen und heute kam er mir wieder in den Sinn. Ein ernstes Thema, verpackt in wunderschöne Eindrücke – traurig, tiefsinnig und unglaublich poetisch.

Ramón Sampedro (Javier Bardem) liebt das Meer, und während sein Geist sich täglich dorthin träumt, ist sein Körper bald dreißig Jahre ans Bett gefesselt. In jungen Jahren brach er sich bei einem Badeunfall das Genick und ist seitdem vom Hals an abwärts gelähmt. Ramóns einziger und innigster Wunsch ist der Tod, weil sein Leben für ihn unter diesen Umständen nicht lebenswert ist. Seine Familie ist diesbezüglich zwiegespalten und auch das Gesetz macht es ihm nicht leicht. Doch Ramón kämpft um die Erfüllung seines Wunsches und findet Menschen, die ihn verstehen und bereit sind, ihn in seinem Vorhaben zu unterstützen.

„Du sitzt hier kaum zwei Meter weg. Gut, was sind zwei Meter? Eine lächerliche Entfernung für jeden anderen Menschen. Aber für mich sind diese zwei Meter, die ich überwinden müsste um dich zu erreichen und vielleicht zu berühren, eine unmögliche Reise, eine Illusion, ein Traum. Darum will ich sterben.“

Der Film basiert übrigens auf einer wahren Geschichte.

Der Geschmack von Schnee

Snowcake | Quelle: http://serendipityoucity.blogsome.com/
Snowcake | Quelle: http://serendipityoucity.blogsome.com/

Der Geschmack von Schnee (engl. Snow Cake) wurde mir kürzlich von Einsfestival beschert. Wundervoll melancholisch und tiefsinnig erzählt er die Geschichte von Alex (Alan Rickman), der auf seiner Reise durch Kanada die Anhalterin Vivienne (Emily Hampshire) einsammelt.

Die aufgeweckte junge Frau schafft es, dem wortkargen Engländer ein paar Sätze über seine bewegte Vergangenheit zu entlocken. Das nimmt allerdings ein jähes Ende, als ein LKW ins Auto kracht. Während Alex unversehrt davon kommt, muss Vivienne ihr Leben lassen. Zwar unschuldig an diesem Unfall, aber von schlechtem Gewissen geplagt, sucht Alex Viviennes Mutter Linda (Sigourney Weaver) auf, um ihr die schreckliche Nachricht zu überbringen. Linda reagiert allerdings anders als erwartet. Der Tod ihrer Tochter scheint sie kaum zu berühren. Stattdessen ist ihr viel wichtiger, dass die Ordnung im Haus nicht gestört wird und irgendjemand für sie den Müll vor die Tür bringt, denn Linda ist Autistin.

Alex entschließt sich eine Weile zu bleiben, um Linda bei der Beerdigung unter die Arme zu greifen und muss sich Lindas seltsam anmutenden Regeln widerwillig fügen. Zuerst steht Alex Lindas Verhalten, einer Mischung aus kindlichem Übermut und zwanghaften Handlungen, sehr befremdlich gegenüber, doch es dauert nicht lange und Alex findet nicht nur Zugang zu der Welt in der Linda lebt, sondern auch Zugang zur attraktiven Nachbarin Maggie (Carrie-Anne Moss), sowie den Zugang zu sich selbst.

Sigourney Weaver und Alan Rickman spielen wunderbar und harmonieren großartig miteinander. Der Geschmack von Schnee ist eine wirklich zauberhafte Filmperle, die man gesehen haben sollte.

Wie im Himmel

Wie im Himmel | (c) Sonet Film
Wie im Himmel | (c) Sonet Film

»Es ist ein Abenteuer, das eigene Paradies zu finden.«

Stardirigent Daniel Daréus (Michael Nyqvist), getrieben von dem Traum, eine Musik zu erschaffen, die die Herzen der Menschen öffnet, erleidet während eines Konzerts einen Herzinfarkt. Nach diesem Vorfall beschließt er, seinem Erfolgsleben den Rücken zu kehren und zieht in das, von schlechten Erinnerungen behaftete, Dorf seiner Kindertage zurück.

Als er dort gebeten wird, sich dem kleinen Kirchenchor des Dorfes etwas anzunehmen, sträubt er sich zunächst, kann sich aber der Magie der Musik und auch der Menschen dort letztendlich nicht erwehren und beginnt mit dem kleinen Chor zu arbeiten. Eine Herausforderung für den Perfektionisten und auch für die einfachen Menschen des Chores.

Lange dauert es nicht und die Veränderung greift um sich. Daniel rüttelt die Menschen aus ihrem tiefen Schlaf der Gewohnheiten und im Gegenzug findet er durch die Liebe und Herzlichkeit seiner neuen Freunde, ganz besonders durch Lena (Frida Hallgren), zurück zu den wesentlichen Dingen des Lebens. Doch nicht jeder heißt gut, was plötzlich im Dorf geschieht.

Ein unglaublich anrührender und tiefsinniger Film über das, was im Leben wirklich wichtig ist!