Autor: Kakoschke

Gefühlsamok #4: Ich möchte das Leben gerade prügeln (303)

Wie kann sich ein und die selbe Sache nur so zweischneidig anfühlen?
Auf der einen Seite habe ich das Gefühl, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben etwas richtig gemacht habe und auf der anderen Seite fühlt es sich an, wie einer der größten Fehler meines Lebens. Ich sollte stolz auf mich sein, weil ich es geschafft habe, eines der schönsten Geschenke abzulehnen, welches mir das Leben bieten wollte, denn ich hätte es mit meinen ungeschickten Händen früher oder später doch nur zerstört.

Ich sollte stolz auf mich sein, aber ich bin es nicht. Stattdessen vermisse ich was es bereits zu vermissen gibt und frage ich mich, ob das Leben nicht etwas falsch gemacht hat. Und während ich verzweifelt nach einer Antwort suche, bemüht sich mein Hund wie immer darum, mein Leid auf seinen kleinen Schultern tragen zu dürfen. Ich werde ihm wohl nie beibringen können, dass das nicht seine Aufgabe ist.

Gefühlsamok #2 (302)

Letztes Wochenende ist mir eine unglaublich wundervolle Frau begegnet. Sie ist humorvoll, charmant, intelligent, kreativ, faszinierend, sieht hinter das Offensichtliche und kann die wesentlichen Dinge des Lebens von den unwesentlichen unterscheiden. Sie macht mich wahnsinnig und sie steht Dir in nichts nach – nein, im Gegenteil sogar, sie ist präsent und möchte mir das geben, was Du mir nicht geben kannst … und das sogar, obwohl sie von Dir weiß.

Ich bade förmlich in der Aufmerksamkeit, die sie mir entgegen bringt. Es ist schön von ihr angebetet und begehrt zu werden, aber das alles hat einen bitteren Beigeschmack. Dieses neue Gefühl hat am Anfang das Gefühl zu Dir so dermaßen überdeckt, dass ich gar nicht mehr wußte, wer ich überhaupt bin. Langsam boxen sich die Gefühle für Dich aber wieder an die Oberfläche. Sie bedeutet mir zu viel, um mit ihr gnadenlos den Mangel an Dir zu kompensieren. Sie hat es verdient auf Händen getragen zu werden und das von jemandem, dem nicht noch eine andere Person durch Herz und Hirn geistert.

Warum gibt es nicht irgendwo eine Schaltzentrale für die Gefühle? Warum kann ich die Gefühle zu Dir nicht einfach abstellen und ihr diese Liebe entgegen bringen, die in Deinem Leben doch sowieso keinen Platz findet? Andererseits möchte ich diese Liebe zu Dir gar nicht missen, weil sie ist, wie sie ist und weil die letzten Monate mit Dir waren, wie sie waren – unglaublich, intensiv und geradezu magisch. Ich wünsche uns zurück in dieses Paralleluniversum, in dem sich das alltägliche Leben ein wenig hinter den seltsamen Hügeln verstecken ließ und uns den Raum für dieses kleine bißchen Wir gab.

Alles wiederholt sich, als wolle mir das Leben die Möglichkeit geben, dieses Mal alles richtig zu machen. Die Frage ist nur, was das Richtige ist. Ich weiß es nicht. Mal erscheint es mir richtig, Dich los zu lassen und dem Neuen mit offenen Armen entgegen zu gehen und im nächsten Moment erscheint es mir richtig, an Dir festzuhalten und zwar nur an Dir.

Am Liebsten würde ich einfach davon laufen, aber das ist definitiv nicht das Richtige – so viel weiß ich …

Gefühlsamok #1 (302)

Wie könnte ich Dir böse sein? Ich verstehe Dich doch, weil ich in solchen Situationen ähnlich reagiere. Auch ich verkrieche mich in meine imaginäre Höhle, wenn mir das Leben einen Streifschuß verpasst, lecke dort auf unbestimmte Zeit meine Wunden und verbeiße jeden, der mir zu Nahe kommt. Trotzdem solltest Du Dir Gedanken darüber machen, wie es sich für jemanden anfühlt, dem Du verdammt wichtig bist und der überhaupt keine Ahnung hat, was mit Dir los ist – sicherlich gibt es da nicht nur mich.

Es ist schön zu wissen, dass ich mal wieder ein wenig rosa in Dein Leben zaubern konnte. Wenn ich Dir auch gerne anders zur Seite gestanden hätte. Wäre dieses blöde Paket nur nicht so lange unterwegs gewesen …

Pass auf Dich auf! (272)

Wie einfach war es doch, einen Menschen zu lieben, der nicht mehr lebt. Es war eine traurige und unerfüllte Liebe, aber dennoch hatte ich mich mit diesem Zustand abgefunden, denn er bot trotz aller Traurigkeit auch eine Form der Sicherheit. Es war, wie es war. Ich hatte mich daran gewöhnt. Als ich mir wünschte, wieder einen lebendigen Menschen zu lieben, hatte ich längst vergessen, wie sich das anfühlt. Ich trug eine Illusion von Liebe mit mir spazieren… all die Jahre. Um einen Toten musste ich mich nicht sorgen. Um Dich sorge ich mich in jeder Sekunde, die ich nicht in Deiner Nähe sein kann und die ich nicht von Dir höre oder lese. Leider überwiegen diese Sekunden in meinem Leben und das bringt mich langsam aber sicher um den Verstand. Du hast Dich wieder zurück gezogen und ich frage mich, ob ich irgendeinen Fehler begangen habe. Was ist passiert? War ich zu viel? Bin ich zu wenig? Was bin ich überhaupt für Dich? Meine Gedanken fahren mal wieder Karussell in meinem Kopf. Dieser ständige Wechsel zwischen Nähe und Distanz wird langsam unerträglich für mich und ich habe zugelassen, einen großen Teil meiner selbst zu verlieren. Es darf nicht sein, dass ich das Gefühl habe, meine Lebensfähigkeit zu verlieren, wenn Du nicht bei mir bist. Ich habe geglaubt, stark und leidensfähig genug zu sein, um das auszuhalten, aber ich muss feststellen, dass ich es nicht bin. Du hast letzte Woche gesagt, ich solle auf mich aufpassen. Das tue ich hiermit… kein Abschied, nur ein Rückzug.