28. September 2011 (366)

Gestern vor vier Jahren geschrieben, vergessen, heute wiedergefunden. Diese Worte sollen jetzt zu ihrem Recht kommen, weil sie heute noch so wahr sind wie damals.

Fast drei Wochen ist es jetzt her, seit wir miteinander telefoniert haben – das erste Mal seit langem. Es war der zehnte September, der Tag an dem uns das Leben vor einem Jahr zusammenwarf. Du hast Dich über meinen Anruf gefreut. Nie habe ich ein Gespräch zwischen uns als so klar und unbeschwert empfunden. Du hast es mir leicht gemacht, so leicht, dass ich mich mal wieder gefragt habe, ob dieses Jahr mit Dir nur eine Illusion gewesen ist und ob ich mich so sehr in Dir getäuscht habe. Und wieder kann ich nur spekulieren, aber ich will nicht mehr spekulieren, ich muss nicht mehr spekulieren. Wahrscheinlich werde ich es niemals erfahren, so wie Du es auch nie erfahren hast … und das ist vollkommen in Ordnung.

Es war, was es war und es war nie etwas anderes. Es hat seinen Sinn erfüllt, mich aus den schwärzesten Zeiten zurück ins Leben geholt. Nur etwas mit der quälenden Gewalt einer unerfüllten Liebe war dessen mächtig. Es war wie eine Faust Gottes, die mich aus der Erde riß, aus dem Zustand des lebendig Begrabenseins, um mich schonungslos in das Licht der Sonne zu halten. Diese Liebe hat mich geheilt und kurz bevor alles dabei war, sich ins Gegenteil zu kehren, kam das Eigentlich, das Wahre, das Wirkliche. Ich wollte mich zwingen, es vorbei gehen zu lassen, wollte mich dagegen wehren, weil ich keine Ahnung mehr hatte, welche Gefühle in mir wem galten.

Gefühlsbandsalat auf ganzer Linie.

Ich den letzten drei Monaten hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Sie war nie die zweite Wahl und nie eine Alternative. Sie ist der Mensch, der zu mir passt, wie es kein anderer Mensch jemals tat.

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